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Psychiatrie

Wie Jesus durch den Heiligen Geist eine Frau in der Psychiatrie heilt.

Ein Bericht aus dem Dienst von Paul Cain, nacherzählt von Frank Vornheder für die FCG Lenzburg

Im Oktober 1968 reisten Carl und Jesse Williams nach San Bernardino, um Paul Cain zu hören. Am letzten Abend der Vortragsreihe stand Jesse auf und fragte Paul, ob er für ihre Tochter beten würde, die sich in einer psychiatrischen Klinik befand. Paul willigte ein und betete für ihre Tochter Jean.

Nach der Veranstaltung fragte Paul das Ehepaar, in welcher Klinik sich Jean befände. Sie sagten ihm, dass die Klinik, eine Psychiatrie irgendwo in der Gegend von San Diego wäre, dass sie aber weder den Namen noch die Anschrift wüssten. Der Ehemann ihrer Tochter, John, hatte sich geweigert Jeans Eltern zu sagen, wo sich die Klink befand. Obwohl das Verhältnis zwischen ihm und Jeans Eltern inzwischen angespannt war, hatte er dies nicht aus Böswilligkeit getan, sondern aus Verzweiflung. Beinahe jeder Versuch von Christen, Jean zu helfen, hatte nicht nur nichts genützt, sondern ihren Zustand noch verschlimmert. Jedes Gebet um Heilung hatte zuerst Hoffnung und danach bittere Enttäuschung gebracht.

Zum Schluss waren sich das Personal der Psychiatrie und John darüber einig, dass es für Jean besser wäre, sie in völliger Isolation zu halten. Man hatte jeden anderen Kontakt zwischen Jean und der Aussenwelt unterbunden. Paul versprach dem Ehepaar Williams, dass er weiterhin für ihre Tochter beten würde.

Es war Mitternacht, als Paul endlich die Konferenzräume verliess und sich in sein Auto setzte. Nachdem er zwei Wochen lang pausenlos auf Zusammenkünften gesprochen hatte, war er todmüde. Ausserdem hatte er eine schwere Stirnhöhleninfektion. Er dachte, wie ironisch es sei, dass der Herr ihn in den letzten zwei Wochen dazu benutzt hatte, mehrere Menschen zu heilen, während er ihn selbst krank sein liess. Bevor er den Wagen startete, betete er noch einmal für Jean Raborg. Beim Beten konnte er das Mitleid des Herrn physisch spüren. Was als einfaches Gebet begonnen hatte, verwandelte sich in einen Strom von Worten und Gefühlen, mit denen er den Herrn darum bat, Jean von ihrem Wahnsinn zu befreien. Er weinte, als er fühlte, was Jesus in seinem Herzen für Jean empfand.

Während er weinte, schaute er zum Himmel auf und erblickte dort eine riesige Leinwand, auf der er Jean in der Psychiatrischen Klinik sah und Dinge aus ihrem Leben, die sich ereignet hatten, bevor sie in die Klinik kam. Und dann sprach Gott. Es war nicht vernehmbar, hätte aber auch nicht klarer sein können, wenn er laut gesprochen hätte. In Pauls Gedanken formten sich die folgenden Sätze: Wenn du nach San Diego gehst und für diese Frau betest, wird sie mir zu Ehren sofort geheilt werden. Und ich will ihr Zeugnis bis an das Ende ihrer Tage dazu benutzen, andere Frauen zu ermutigen und ihnen Hoffnung zu geben.

Als Paul am nächsten Morgen nach San Diego fuhr, hatte er den Eindruck, dass er die Autobahn an einer bestimmten Ausfahrt verlassen soll. Er hielt an einer Telefonzelle, ohne zu wissen, dass Jean nur zwei Strassen weiter im Mesa Vista Psychiatric Hospital war. Jeans Eltern hatten ihm die Telefonnummern vom Ehemann gegeben. Paul rief zuerst im Büro an, aber niemand wusste, wo John war. Dann versuchte er es bei ihm zu Hause. Jeans Tochter Jeanelle, die inzwischen zwölf Jahre alt war, nahm den Anruf entgegen. Paul bat Jeanelle, ihm die Anschrift von der Klinik zu geben, in der sich ihre Mutter befand. Jeanelle erwiderte: «Es tut mir leid, mein Herr, aber ich kann Ihnen den Namen der Psychiatrie nicht geben. Ausser meinem Vater darf niemand meine Mutter besuchen.» «Jeanelle», sagte Paul, «ich möchte nicht, dass du deinem Vater ungehorsam bist. Würdest du aber bitte noch einen Moment am Telefon bleiben? Weißt du, der Herr hat mich her gesandt, damit ich deiner Mutter helfe. Ich werde jetzt beten. Bitte hänge nicht ab. Ich bin sicher, der Herr wird mir helfen, deine Mutter zu finden.» Paul betete und sah einige Sekunden später wieder die große Leinwand. Diesmal sah er eine Zeitung von San Diego, deren Leitartikel die Überschrift trug «Mesa Vista». «Jeanelle, ich glaube, der Herr hat mir zu verstehen gegeben, dass sich deine Mutter in Mesa Vista befindet. Ich brauche nur deine Bestätigung dafür. Bedeutet dir der Name etwas?»

«Ja, das stimmt. Das stimmt. Sie ist im Mesa Vista Psychiatric Hospital.» «Danke, Jeanelle. Ich weiß, mein Kind, es war eine lange, schlimme Zeit für dich und deine Familie. Während deine Mutter krank war, musstest du stark sein. Du sollst wissen, dass Gott deine Mutter heilen wird und dass sie in drei Tagen wieder bei euch ist. Wenn sie kommt, wird es ihr gut gehen und sie wird voller Freude sein. Auf Wiedersehen.»

Jeanelle legte den Hörer auf. Wie oft hatte man ihnen bereits versprochen, dass ihre Mutter gesund werden würde, doch nie hatten sich diese Versprechen erfüllt. Aber diesmal war es anders. Die Stimme des Mannes war anders gewesen. Und wie hatte er den Namen Mesa Vista herausgefunden?

Paul durchquerte die hübsche Eingangshalle und ging zur Empfangsschwester der Klinik. «Guten Tag, mein Name ist Paul Cain. Ich bin gekommen, um Jean Raborg zu besuchen.» Die Schwester suchte Jeans Zimmernummer heraus. Daneben stand «Darf ausser ihrem Mann niemand sehen». Aber anstatt ihm den Besuch zu verbieten, führte sie ihn unerklärlicherweise den langen Korridor hinunter und schloss die Tür für ihn auf. Paul ging direkt zum Schwesternzimmer und fragte nach Jean Raborg. Sie war gerade in der Beschäftigungstherapie. «Beschäftigungstherapie» bedeutete für Jean, dass sie Postwurfsendungen faltete und in Umschläge steckte. Es war die einzige Tätigkeit, zu der sie fähig war. Den Rest des Tages wanderte sie nur in ihrer medikamentösen Betäubung umher. Jean hörte ihren Namen durch die Sprechfunkanlage und schlurfte zum Schwesternzimmer. Als sie den Korridor entlang kam, sah sie Paul vor dem Dienstzimmer stehen. «Lieber Gott», dachte sie, «wer ist dieser Mann? Er sieht wie ein Engel aus. Ich sehe, dass deine Herrlichkeit von ihm ausgeht. Oh, ich wünschte, jemand wie er würde mich besuchen.» «Jean, der Mann hier möchte dich besuchen», sagte die Schwester.

Die beiden gingen in ihr Zimmer und setzten sich. «Jean, mein Name ist Paul Cain. Sie kennen mich nicht, aber ich kenne Sie. Was ich Ihnen jetzt sagen werde, wird schwer zu verstehen sein. Jesus hat mich zu Ihnen gesandt, weil er Sie lieb hat und weil er Sie heilen wird. Ich werde heute für Sie beten und er wird Sie heilen, und in drei Tagen werden Sie zu Hause sein.»
Bevor Paul die Psychiatrie betrat, hatte er in einer Vision Jeans halb betäubten Zustand gesehen und den Herrn darum gebeten, dass er ihr für die Zeit ihrer Unterredung einen klaren Geist schenken möge. Als Paul jetzt sagte, dass Jean geheilt werden würde, fühlte sie, dass es bei diesem Versprechen anders war, als bei den früheren. «Bevor ich für Sie bete, möchte ich Ihnen einige Dinge sagen, die Ihnen helfen werden, zu verstehen, dass Gott mich tatsächlich geschickt hat. Ich kann nur ein paar Minuten bleiben und muss dann nach Dallas weiterreisen. Als Erstes hat mir Jesus mitgeteilt, dass Sie niemals die unverzeihliche Sünde begangen haben, und dass er weiss, dass Sie ihn von ganzem Herzen lieben.» Jean dachte, sie müsste platzen. «Oh ja, ich habe ihn lieb, ich habe ihn lieb, ich liebe Jesus von ganzem Herzen», rief sie aus. «Der Herr sagte mir, ich soll Sie an etwas erinnern, was passiert ist, als Sie vierzehn Jahre alt waren. Es war Sommer und Sie waren in einem kirchlichen Ferienheim in Oregon. Nach einer Abendandacht warfen Sie einen Tannenzapfen ins Lagerfeuer und baten den Herrn, in Ihr Herz zu kommen und Sie Missionarin werden zu lassen.» «Ja, das stimmt – Das stimmt! Aber wie ist es möglich, dass Sie das wissen?» «Ich habe es nicht gewusst, Jean. Der Herr hat es mir gezeigt, und er sagte, dass er aus Ihnen eine Missionarin machen wird, aber anders als Sie es sich vorgestellt haben.»

Unvermittelt hörte Paul auf zu sprechen. Er schloss einen Moment seine Augen und sagte dann: «Jean, ich habe gerade eine Vision. Ich sehe einen Mann, der die Uniform einer Fluggesellschaft trägt. Er ist Pilot und ist ein Freund von Ihnen, ein Nachbar. Seine Frau heisst Pat. Wie heisst er?» «Er heisst Alan Lindemann. Er ist Flugkapitän bei der PSA in San Diego. Er wohnt in University City, uns direkt gegenüber.» Paul sagte: «Haben Sie auch eine Nachbarin, die Marion heißt?» «Ja.» «Sie werden später zu Pat und Marion gehen und ihnen sagen, was der Herr für Sie getan hat, und es wird deren Leben ändern. Ich habe eine Vision von Alan, der seine Uniform trägt und ich sehe, wie Sie mit ihm über die Dinge Gottes reden. Er wird durch Ihren Bericht an Christus glauben. Lassen Sie mich jetzt für Sie beten.»

Während Paul für Jean betete, fühlte sie sich, als hätte man ihr ein riesiges Heizkissen auf den Leib gelegt. Dann hatte sie ein Gefühl, als wäre warmes Öl über ihren Körper gegossen worden und hätte jede Faser ihres Körpers durchtränkt. Gleichzeitig fühlte sie einen Druck von sich weichen. Es war, als hätte der Herr eine Quelle der Freude in ihr blossgelegt. «Ich bin geheilt», rief sie aus. «Nein, noch nicht ganz», sagte Paul. «Wenn ich gehe, wird der Wahnsinn versuchen zurückzukommen. Wenn ich durch diese Tür gehe, wird Gott Ihnen einen Bibelvers ins Herz legen, durch den Ihre Heilung besiegelt wird. Wenn sich die böse Stimme wieder meldet, hören Sie nicht hin, sondern sagen Sie: In der Schrift heisst es… , und dann zitieren Sie den Vers. Sprechen Sie diesen Vers, Jean. Der Geist und das Wort werden Sie heilen und Sie gesund erhalten. In drei Tagen werde Sie zu Haus und voller Freude sein. Auf Wiedersehn. Ich werde für Sie beten.»

Als Paul das Zimmer verliess, nahm Jean ihre Bibel zur Hand. Doch sie konnte die Schrift nicht lesen, weil sie noch zu sehr unter der Wirkung des Medikaments stand. Ihr Verstand begann sich zu umwölken. Sie fühlte eine Taubheit von ihrem Kopf ausgehen. Sie legte die Bibel hin und ging aus ihrem Zimmer in den grossen, runden Raum, in dem die Patienten herumlaufen durften. Da kam ihr eine Stelle aus dem Alten Testament in den Sinn. «Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott. Ich helfe dir, ja, ich halte dich mit meiner hilfreichen Rechten» (Jes 41,l0). In diesem Moment fühlte sie eine eisige Hand aus der Dunkelheit nach ihrem Herzen greifen. Sie hörte, wie die böse Stimme zu flüstern begann, aber anstatt zuzuhören rief sie: «In der Schrift heißt es – fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott. Ich helfe dir. Ja, ich halte dich mit meiner hilfreichen Rechten.» Die eisige Hand zog sich zurück. Die böse Stimme schwieg. Sie sagte die Worte wieder und immer wieder. Jedes Mal fühlte sie, wie die Kraft Gottes in ihren Körper drang.

Als Dr. Appleford, ihr Psychiater, am nächsten Morgen zur Visite kam, sagte er: «Jean, was ist mit dir passiert? Du weinst ja nicht? Wo kommt das Lächeln her? In all meinen Berufsjahren habe ich niemand über Nacht aus einer Depression herauskommen sehen.» Jean erzählte ihm, was bei Pauls Besuch am Tag zuvor passiert war. Als sie geendet hatte, sagte ihr Psychiater: «Obwohl ich Kirchenmitglied bin, habe ich noch nie an Wunder geglaubt. Aber was ich jetzt mit eigenen Augen sehe, veranlasst mich, meine Meinung zu ändern. Ich werde dich für ein paar Tage beobachten lassen, dann werden wir eine Einschätzung vornehmen.» Am dritten Tag, einem herrlich sonnigen Morgen im Oktober 1968, verließ Jean für immer die Klinik.


In meinen jungen Jahren als Christ habe ich immer wieder die Predigten und Berichte von Paul Cain auf Kassetten gehört. Er war einer meiner Glaubenshelden, da er sehr lange in säkularem Umfeld beruflich unterwegs war und neben seiner beruflichen Tätigkeit, in diesem wie oben beschrieben, geistlich unterwegs war. Meine Lieblingsvorträge, die ich immer wieder hörte, handelten davon, wie man Dämonen im Büro austreiben und erfolgreich Arbeitskollegen zu Jesus führen kann.
Doch in all den gehörten Vorträgen handelte sein wichtigster, immer wiederkehrender Lehraspekt von dem „sich präzise vom Heiligen Geist Leiten lassen“. Darin sollten wir uns ebenso üben und in dem Wachsen, damit wir eben auch eine solche Wirkungsweise in unserem Alltag haben.


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