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Flugzeugbar

In der Flugzeugbar Mann Gottes Schrift auf der Stirn getroffen.

Ein Erlebnisbericht von John Wimber.

Es war das Ende eines langen Arbeitstages, und ich war erschöpft. Ich hatte gerade eine Konferenz in Chicago hinter mir und musste nach New York fliegen, wo ich den nächsten Vortragstermin hatte. Ich freute mich auf den Flug und auf die Gelegenheit, mich ein paar Stunden zu entspannen, bevor ich mich wieder in meine Vortragstätigkeit stürzen würde. Aber der Flug sollte nicht so ruhig und ereignislos werden, wie ich es erhofft hatte. Kurz nach dem Abheben unserer Maschine schob ich die verstellbare Rückenlehne meines Sitzes zurück, zog den Sicherheitsgurt nach und fing an, mich zu entspannen. Meine Augen wanderten im Passagierraum umher, ohne irgend etwas Besonderes zu suchen.

Auf der anderen Seite des Ganges sass ein Mann mittleren Alters: nach seinem Aussehen zu schliessen, ein Geschäftsmann – es war nichts Aussergewöhnliches oder Bemerkenswertes an ihm. Als meine Augen gerade zufällig in seine Richtung blickten, sah ich etwas, was mich aufschrecken liess. In sehr klaren, deutlichen Buchstaben glaubte ich das Wort «Ehebruch» über sein Gesicht geschrieben zu sehen. Ich blinzelte, rieb mir die Augen und sah nochmals hin. Es stand immer noch da! «Ehebruch». Ich sah es – nicht mit meinen natürlichen Augen, sondern vor meinem geistigen Auge. Ich bin sicher, dass ausser mir niemand im Flugzeug es sah. Es war der Geist Gottes, der mir dies offenbarte. Obwohl ich es nur mit meinen geistlichen Augen sah, war es eine Realität. Der Mann hatte inzwischen bemerkt, dass ich ihn ansah (ihn anstarrte wäre wohl eine passendere Beschreibung). «Was wollen Sie?», fuhr er mich an. Während er sprach, trat mir deutlich der Name einer Frau ins Bewusstsein. Damit war ich schon eher vertraut: ich hatte mich daran gewöhnt, dass der Heilige Geist mir durch diese Art von Eingebungen Dinge ins Bewusstsein rief.

Etwas nervös lehnte ich mich zu ihm hinüber und fragte: «Sagt Ihnen der Name Jane irgend etwas?» (der Name ist geändert). Sein Gesicht wurde aschfahl. «Wir müssen miteinander reden», stammelte er. Das Flugzeug, in dem wir uns befanden, war ein Jumbo-Jet und hatte in einer Art Obergeschoss eine kleine Cocktail-Bar, die Flugzeugbar. Während ich ihm die Treppe hinauf zur Bar folgte, spürte ich, wie der Geist erneut zu mir sprach. Sage ihm, wenn er nicht von seinem Ehebruch ablässt, werde ich ihn holen. Grossartig.

Alles, was ich mir gewünscht hatte, war ein netter, friedlicher Flug nach New York – und da sass ich nun in einer Flugzeugbar mit einem Mann, den ich noch nie gesehen hatte, dessen Name ich noch nicht einmal kannte, und war im Begriff, ihm zu erklären, Gott würde ihm das Leben nehmen, wenn er nicht sein Verhältnis mit irgendeiner Frau beenden würde. Wir setzten uns, angespannt und schweigend. Der Mann sah mich einen Moment lang misstrauisch an und fragte dann: «Wer hat Ihnen diesen Namen genannt?» «Gott hat ihn mir genannt», platze ich heraus. Ich war zu nervös, um nach einer taktvollen Art zu suchen, mit der ich mich dem Thema hätte nähern können.

«Gott hat es Ihnen gesagt?» Fast schrie er die Frage heraus, so schockiert war er von dem, was ich gesagt hatte. «Ja», antworte ich und atmete tief durch. «Er hat mir auch aufgetragen, Ihnen zu sagen … wenn Sie sich nicht von dieser Frau abwenden und mit dem Ehebruch aufhören, wird er Ihnen das Leben nehmen.» Ich rüstete mich innerlich, denn ich war sicher, dass der Mann sehr zornig und abwehrend reagieren würde. Aber zu meiner Erleichterung liess er seine abwehrende Haltung fallen, als ich zu ihm sprach, und sein Herz wurde weich. Mit erstickter Stimme fragte er mich voll Verzweiflung: «Was soll ich tun?»

Endlich hatte ich wieder vertrauten Boden unter den Füssen. Ich erklärte ihm, was es heißt, Busse zu tun und Christus zu vertrauen, und fragte ihn, ob er mit mir beten wolle. Mit gefalteten Händen und geneigtem Haupt begann ich, ihm ein Gebet vorzusprechen: «Oh Gott, …» Weiter kam ich nicht. Die Sündenerkenntnis in ihm war so gross geworden, dass sie nun förmlich aus ihm heraus explodierte. Er brach in Tränen aus und rief: «Oh Gott, es tut mir so leid…» Er schrie so herzzerreissend um Vergebung, wie ich es noch nie zuvor gehört hatte. In diesen beengten Räumlichkeiten war es unmöglich zu verbergen, was hier vor sich ging. Nicht lange, und jeder in der Cocktail-Bar wusste genau Bescheid über die Vergangenheit dieses Mannes und über seine Reue. Sogar die Stewardessen weinten mit ihm!

Als er sein Gebet beendet und seine Fassung wiedererlangt hatte, sprachen wir eine Weile über das, was mit ihm geschehen war. «Ich bin deshalb so aus der Fassung geraten, als Sie das erste Mal diesen Namen erwähnten», erklärte er, «weil meine Frau direkt neben mir sass. Ich wollte nicht, dass sie etwas mitkriegte.» Ich wusste, dass ihm das, was ich ihm als nächstes zu sagen hatte, nicht gefallen würde. «Sie werden es ihr erzählen müssen.»

«Wirklich?» erwiderte er schwach. «Wann?»
«Am besten tun Sie es gleich jetzt», sagte ich milde.
Die Aussicht, seiner Frau alles gestehen zu müssen, war verständlicher Weise etwas erschreckend, aber er sah ein, dass es keinen anderen Weg gab. So folgte ich ihm wieder, diesmal die Treppe hinunter und zurück zu unseren Plätzen.

Wegen all der anderen Geräusche konnte ich das Gespräch mit seiner Frau nicht verstehen, aber ich konnte sehen, wie sehr seine Frau überwältigt war, nicht nur von dem Bekenntnis seiner Untreue, sondern auch von seinem Bericht darüber, wie der Fremde auf der anderen Seite des Ganges von Gott gesandt worden war, um ihn vor den Konsequenzen seiner Sünde zu warnen. Während sich ihr die unglaubliche Geschichte nach und nach offenbarte, waren ihre Augen vor Verblüffung (und wahrscheinlich auch vor Schrecken!) weit geöffnet und sie starrte erst ihren Ehemann an, dann mich, dann wieder ihren Mann und wieder mich. Zum Schluss führte der Mann seine Frau zu Christus, und sie nahm ihn dort im Flugzeug als ihren Retter an.

Als wir in New York das Flugzeug verliessen, gab es nur wenig Zeit, miteinander zu reden. Sie besassen keine Bibel, also gab ich ihnen meine. Dann trennten sich unsere Wege.

Auch wir haben jeden Tag eine Vielzahl von Begegnungen, die im ersten Moment völlig oberflächlich sind. Aber wer weiss, was Gott daraus machen möchte? Doch dafür ist es notwendig, dass wir für das «Alltags-Reden» Gottes ein wenig offen sind. Vielleicht wäre es ein nettes Wort für die Frau an der Kasse im Supermarkt, weil Gott sie ermutigen möchte? Oder ein Telefonat mit jemandem, den man schon lange nicht mehr gesehen hat? Die von Gott geschenkten Begegnungen können viele Facetten haben. Doch alle Situationen haben eines gemeinsam: das Hören und Reagieren.

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One thought on “Wunder in der Flugzeugbar [#11b]”
  1. Ich finde das eine wunderbare Offenbarung Gottes! In diesem Mann muss der Heilige Geist besonders gewirkt haben sonst hätte er nie den Mut gehabt vor allen Leuten seine Sünden zu bekennen!

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