Verification: 9e2f78a68e0795a1
Jesus war ein Flüchtlingskind

Jesus war ein Flüchtlingskind. Doch was bedeutet dies für uns?

Von Frank Vornheder für die FCG Lenzburg.

Als Jesus geboren wurde, so sagt uns der Evangelist Matthäus, mussten seine Eltern mit ihm vor der tödlichen Gewalt des Königs Herodes nach Ägypten fliehen.

Nachdem die Weisen aus dem Osten das Kind angebetet hatten, gab Gott dem Josef Anweisungen durch einen Engel im Traum. Der Engel befahl dem Josef, das Kind und seine Mutter zu nehmen und nach Ägypten zu fliehen (Mt. 2,13). Eigentlich war der Dienst des Engels ein Befreiungsdienst. Es befreite das Kind aus dem Machtbereich des grausamen Herodes und führte es sicher nach Ägypten. Ägypten, das ist das Land der Fremde. Wir können sehen, Jesus selbst war Fremdling in einem unbekannten Land. Er erlebte die Not der Flüchtlinge am eigenen Leib und ist so bis heute Hoffnungsträger für alle, die wie er aus ihrer Heimat vertrieben werden. Jesus hatte als Kind das gleiche Schicksal erlebt, das heute viele Menschen erleben, die vor der Gewalt von Terroristen und Diktatoren fliehen.

Und so können wir in diesem Jahr nicht Weihnachten feiern, ohne an all die Menschen zu denken, die auf der Flucht sind, die gekommen sind, um bei uns Zuflucht zu suchen oder gar eine neue Heimat zu finden. Gott traut uns zu, dass wir dem einen oder anderen Fremden auch so einen Schutzraum bieten können, dass wir ihm vermitteln dürfen: „Du bist willkommen. Ich erkenne in dir den geringsten Bruder und die geringste Schwester Jesu Christi, auch wenn du einen anderen Glauben hast.“ So wie Jesus selber formuliert hat:

Matthäus 25,40 – «Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.» 

Das «sich dem Schwachen und Bedürftigen annehmen» gehört zu den Grundtugenden, die Jesus uns hinterlassen hat. Unabhängig wo die Menschen auch stehen. Jesus selber diente den verachteten Samaritern genauso wie dem götzen-anbetenden römischen Hauptmann. Er machte keine Unterschiede, sondern wollte, dass alle Menschen die Gnade Gottes erfuhren. Jesus selber machte die Erfahrung eines Flüchtlingskindes in einem fremden Land, in einer fremden Kultur. Und in seinen Reden solidarisiert er sich mit all den Menschen, die heute vor der Gewalt fliehen müssen und fordert uns auf, eine ebenso offene Grundhaltung zu haben.

Heute wird oft gesagt, es sind doch viele nur Wirtschaftsflüchtlinge, die sich ein Stück vom Schweizerkäse abschneiden wollen. Doch bedenken wir, auch das Volk Israel zählte zu den Wirtschaftsflüchtlingen, die vor dem Hunger in ihrer Heimat geflohen waren, als sie in Ägypten ankamen. Dort fanden sie Arbeit und Essen, so dass sie ihre Familien durchbringen konnten. Durch diesen Umstand musste das Gottesvolk 400 Jahre als Fremdling in Ägypten leben und zum Ende sogar in Sklaverei.

Ja, auch zu uns flüchten Menschen, die aus wirtschaftlicher Not zu uns kommen, die nicht wissen, wie sie sich und ihre Familie in ihrem Heimatland durchbringen sollen. Doch wir haben grosse Mühe, solche Menschen zu integrieren. Unser Problem heute ist, dass wir in einer Wirtschaftswelt leben, die nur noch hochqualifizierte Arbeiter gebrauchen kann. Alle leichten Arbeiten, die man auch ungelernt ausführen kann, haben wir längst nach China oder in die 3. und 4. Welt abgeschoben; so dass nun die Flüchtlinge bei uns ankommen, gerne etwas machen möchten, aber nicht können oder dürfen. Viele Gespräche in den vergangenen Wochen haben mir dies immer wieder gezeigt.

Wenn wir nun solche Menschen sehen, die sich auf unseren Strassen und in unseren Dörfern langweilen und herumlungern, muss ich an Jesus denken; auch er war ein Flüchtling in Ägypten, in einer fremden Kultur. Doch Josef durfte zumindest dort arbeiten.

Magst du nicht einmal ein «I Surrender … meine Vorurteile machen», so dass du Gottes Sichtweise zu dem Flüchtlingsproblem in unseren Tagen kennen lernen kannst?


Das Thema weiter verfolgen:

Möglicherweise hast du selber bereits Erfahrungen und Erlebnisse zu dem Thema gemacht. In diesem Fall würde ich sehr gerne von dir hören. Bitte schreib doch einfach unten in die Kommentare deine Erfahrungen zu dem Thema.

Jesus war ein Flüchtlingskind
Jesus war ein Flüchtlingskind
Print Friendly, PDF & Email
2 thoughts on “Jesus war ein Flüchtlingskind [#46g4]”
  1. Hallo Frank, deine heutige Post geht mir sehr nahe. Wir hatten so einen Menschen bei uns zuhause und auch in der Gemeinde aufgenommen und ich habe viel Hilfe durch ihn erfahren.
    Er hatte eine Arbeit gefunden, könnte auch schon sehr gut deutsch, leider stand er auf der
    Abschiebeliste da Bangladesch nicht als Kriegsland angesehen wird. Leider sah er keinen
    anderen Weg als wieder eine Flucht anzutreten und befindet sich jetzt ohne alles in Spanien.
    Die Gemeinde und ich versuchen, ihm irgendwie zu helfen und ich bete zu Jesus, dass er ihn
    bewahrt. Wenn wir telefonieren ist seine erste Frage: wie geht es dir? Das berührt mich sehr,
    denn er war noch auf Bernd’s Beerdigung dabei.
    Liebe Grüße sendet Karin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.