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Gebetsleben

Wie steht es um unser Gebetsleben? Womit und wie liegen wir Gott mit unseren Anliegen in den Ohren?

Von Frank Vornheder für die FCG Lenzburg.

Vor einiger Zeit habe ich ein ganz besonderes E-Mail erhalten. Ein englischsprachiger Rechtsanwalt meldete sich bei mir, um mir mitzuteilen, dass ein reicher, entfernter Onkel von mir in Nairobi verstorben wäre. In seinem Testament hätte er mich als Erben eingesetzt und mein Anteil am Erbe würde sich in der Höhe mehrerer Millionen Dollar bewegen.

Als ich das so las, kam im ersten Moment Freude hoch. Ist doch super, wenn sich solcher unerwarteter Geldregen anbahnt. Doch im weiteren Text der E-Mail kam dann der Haken. Ich sollte vorgängig 30.000 $ für die Bearbeitung der Erbschaftssache bei den Behörden auf ein Konto in Nairobi überweisen. Jetzt wurde es ganz klar. Natürlich war hier einer der vielen Internet-Betrüger am Werk und versuchte mich abzuzocken. Und bei genauem Betrachten konnte es den Onkel in Nairobi natürlich auch nicht geben. Denn wenn es einen Onkel in Nairobi gegeben hätte, dann hätte ich dies aufgrund meiner Familienforschung schon gewusst. Aber cool wäre es schon gewesen, wenn man so etwas hätte, oder? Einen reichen Erbonkel, den man so gar nicht auf dem Radar hat, und der plötzlich das Verlangen bekommt, einem etwas zu vererben. Da würde wohl keiner „nein“ sagen, oder?

Doch stellen wir uns einmal die Geschichte anders herum vor. Was, wenn wir einen solch reichen Onkel (oder eine solch reiche Tante) für andere wären? Was, wenn die Menschen dich nur mögen würden, weil sie sich etwas von dir erhoffen? Wenn du dir einmal vorstellen möchtest, wie es sich anfühlt, nur wegen seines Vermögens gemocht zu werden, dann schau dir einmal die alte Komödie „Drei Männer im Schnee“ von Erich Kästner an. LINK

Und so ist das Resümee der Geschichte: Einen reichen Erbonkel haben, das möchte jeder; als einen reichen Onkel behandelt werden, das möchte niemand – denn dann wird man nur gemocht, weil man sich etwas erhofft.

Aber kann es nicht sein, dass wir Gott eben wie einen solchen reichen Erbonkel behandeln? Wir suchen ihn nur, um etwas zu bekommen, oder? Unser Gebetsleben besteht doch vielfach nur aus einer Aneinanderreihung von Wünschen und Bedürfnissen. Und wenn es eine Steigerung gibt, wird auch noch eine systematische Liste regelmässig „abgearbeitet“, weil man sich erhofft, damit mehr “Erfolg“ zu haben.

Doch was wird aus unserem Gebetsleben, wenn wir Gottes Nähe und Gegenwart „um seiner selbst Willen“ suchen? Was, wenn wir uns einmal Gebetszeiten nehmen würden, um einfach Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater zu haben und nicht um etwas zu bekommen? Schliesslich weist uns Jesus an, „Gott zu lieben“, was eine Herzensbeziehung ausdrückt, anstelle ihn wie einen Wünsche-Erfüller zu behandeln.

Ein positives biblisches Vorbild kann der junge Josua für uns sein. Von ihm wird geschrieben, dass er die Gegenwart Gottes nicht verlassen hat und beständig die Nähe Gottes suchte – einfach um dort zu sein.

‭‭2. Mose‬ ‭33:11‬ ‭- „Und der Herr redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freund redet; und er kehrte wieder ins Lager zurück. Aber sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der junge Mann, wich nicht aus dem Inneren des Zeltes.“

Wenn wir den lebendigen, auferstandenen Jesus ganz praktisch in unserem Leben erleben wollen mit seiner Kraft und Weisheit in Aktion, dann geht dies nur, indem wir Gott „um seiner selbst suchen“. Gott ist für jeden von uns intensiv erfahrbar. Die Posts in den letzten 3 Wochen sollen zeigen, was alles möglich ist, wenn Gott uns ganz nahe kommt. Solche Berührungen Gottes sind auch in deinem Leben möglich, wenn wir aufhören, ihn wie einen reichen Erbonkel zu behandeln und immer mehr lernen, ihn um seiner selbst zu suchen und Gemeinschaft mit ihm zu pflegen.


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