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Tarpon Springs

Was ist, wenn uns Jesus im Heiligen Geist unerwartet begegnet? Ein Erlebnisbericht aus den Kindheitstagen von Michael Koulianos aus Tarpon Springs.

Nacherzählt von Frank Vornheder

Es war eine dunkle und bedrückte Nacht in Tarpon Springs, Florida, im Jahre l984. Mein Onkel war gerade an Krebs gestorben. Die Familie hatte sich zum gemeinsamen Essen im Haus seiner Frau versammelt, und um sich an sein Leben zu erinnern. Dies war in meiner griechischen Kultur sehr verbreitet. Ich kann mich lebhaft daran erinnern, wie jeder durch schwarze Kleidung seiner Trauer Ausdruck verlieh. Das Haus war voller Menschen und so überfüllt, dass es im Wohnzimmer keinen Sitzplatz mehr gab. Deshalb setzte ich mich auf den Boden und nahm die düstere und tränenerfüllte Atmosphäre in mir auf. Wie in unserer Kultur üblich brachten die Frauen den Männern ihr Essen. Dort sass ich zu den Füßen meines Vaters und fühlte mich sicher. Mein Vater ist ein starker Mann – gehörte dem Militär an und führt mit einem Abschluss der Rechtswissenschaften ein erfolgreiches Geschäft. Er ist der Stereotyp eines Mannes, aufgewachsen in Gary, im Bundesstaat Indiana, welches zur damaligen Zeit zu den härtesten Städten Amerikas zählte. Immer noch erinnere ich mich an die Wehklage der Frauen über meinen verstorbenen Onkel. Dies war ein so trauriger Moment. Der Tod schleicht sich auf seinen eigenen Wegen in das Leben derer, die Jesus nicht kennen. Seine Dunkelheit wird aus diesem Grund gefürchtet, ja – den Tod kann man fühlen. Plötzlich klopfte es an der Tür, und ein Mann im Priestergewand kam herein. Alles veränderte sich augenblicklich, als er dieses von Traurigkeit erfüllte Haus betrat. Und ich meine wirklich alles! Unsere zuvor von Angst verzerrten Angesichter zeigten jetzt volle Aufmerksamkeit. Die Atmosphäre war nicht länger mit Hoffnungslosigkeit beschwert. Sie wurde buchstäblich von einer unsichtbaren, wolkenähnlichen Substanz erfüllt, durch die sich scheinbar elektrisch geladene Wellen bewegten. Mein siebenjähriger Verstand beschrieb diesen Moment so: ,,Gott kam einfach mit diesem Priester in den Raum. Dieser Mann ist Gottes Freund.» Der Name des Priesters war Anthony Morfessis. Meine Familie nannte ihn Vater Anthony. Er war kein ordinierter Priester. Mein ganzes Leben lang war ich mit Geistlichen aufgewachsen. Leider waren die meisten eher auf den orthodoxen Glauben als auf Jesus ausgerichtet. Aber dieser Mann war von einer völlig anderen Sorte. Sein Gesicht war zerfurcht und durchdringend, weich und konzentriert, entschlossen und dennoch von Gott abhängig. Seine Augen strahlten voller Feuer und Liebe – beides zugleich und in einem Mann konzentriert. Diese wunderbaren Eigenschaften entsprangen nur einer Person – Jesus. Hier war jemand, der Jesus hatte, das wusste ich. Lebhaft erinnere ich mich, wie Vater Anthony in der Ecke des Wohnzimmers stand und mit dem Gebet für die Frau des Hauses begann. Alle fingen sofort an zu weinen und zu schreien, als sie auf seine Berührung hin auf den Boden fielen. Niemals in meinem Leben hatte ich so etwas gesehen. Die ,,Elektrizität» erfüllte weiterhin den Raum. Wie wenig war mir doch bewusst, was ich empfand, war nicht ein ,,Etwas» sondern ein «Jemand»: Sein Name ist der Heilige Geist.

Dann schaute der Priester meinen Vater Theo an, der erst vor einigen Tagen operiert worden war. Meine frühesten Erinnerungen an meinen Vater sehen ihn als einen starken und gesunden Mann, der unermüdlich arbeitete. Dann befiehl ihn eine Krankheit namens Schwimmbadgranulom (chronisch entzündliche Hautkrankheit), welche ihn die meiste Zeit an einen Rollstuhl oder an Krücken fesselte. Diese seltene Krankheit griff das Gewebe und die Knochen seines linken Knies an und war durch einen Kratzer am Knie in seinen Körper gelangt. Die Bakterien entstammen Schwämmen, Korallen oder Muscheln.

Meine Eltern führten einen gut gehenden Geschenkeladen und ein Tourismusgeschäft in meiner Heimatstadt Tarpon Springs, einer vorwiegend griechisch geprägten Gemeinde am Golf von Mexiko. Mutter und Vater waren mit ihren Geschäften gesegnet. Vater war ein harter Arbeiter, der es liebte, mit den Schwämmen und Korallen selbst zu hantieren. Eines Tages wie aus dem Nichts befiel die Infektion seinen Körper. Diese war so schwerwiegend, dass er fünf Jahre lang, jeden Tag 2.OOO Milligramm Tetracyclin (Antibiotikum) einnehmen musste, was seinen Magen und sein Verdauungssystem angriff. Obwohl ich zu jener Zeit noch sehr jung war, erinnere ich mich lebhaft an meinen Vater mit Drainageschläuchen, in einem Rollstuhl oder an Krücken.

Als mein Vater auf dem Sofa sass und unsere trauernde Familie ihn umgab, setzte sich der Priester auf die andere Seite des Raumes und starrte meinen Vater an. Dann stellte der geisterfüllte Mann Gottes meinem Vater folgende Frage, die mein Leben für immer formte und veränderte:,, Hast du jemals Jesus gesehen?» Wow! Was für eine Frage! Mein Vater antwortete: ,,Nein, Vater, das habe ich nicht.» Vater Anthony entgegnete: ,,Warum nicht?» Ein wenig verwirrt und frustriert sagte mein Vater: ,,Das weiß ich nicht.» Der Priester fragte weiter: ,,Möchtest du das denn?» Ich traute meinen Ohren nicht. Dies hörte sich unglaublich an und entsprach nicht dem durchschnittlichen Gedenkgottesdienst.

Für meinen siebenjährigen Verstand konnte es nur eines bedeuten: Jesus würde geradewegs in der Mitte des Wohnzimmers meines Cousins erscheinen – vielleicht so ähnlich wie in «Star Trek». Alle würden Ihn für einen kurzen Moment sichtbar sehen. «Das wird noch ein aufregender Abend werden!» Aber statt Jesus mit unseren Augen zu sehen, stand Vater Anthony auf und ging auf meinen Vater zu. Und alle im Raum waren schockiert. Erinnere dich, er wusste weder, dass mein Vater gerade eine Operation hinter sich hatte, noch, dass sich Krücken hinter dem Sofa befanden. Andererseits konnte ihm dies jemand gesagt haben, oder er hätte es von jemanden hören können, den wir zu der Zeit nicht kannten. Vielleicht hatte Vater Anthony aber auch geheime Informationen direkt aus dem Himmel. War er ein Freund dessen, den wir wie Elektrizität im Raum wahrnahmen? Mit Feuer in den Augen und Kühnheit bei jedem Schritt schaute er auf das Knie meines Vaters und ging geradewegs auf ihn zu. Sofort umfasste er genau das Knie, welches vor wenigen Tagen operiert worden war. Man muss verstehen, mein Vater trug lange Hosen und nichts wies auf seine Krankheit hin. Alles, was Vater Anthony wusste, war, mein Vater war ein Mann, der auf einem Sofa sass und seinen Respekt einem gerade verstorbenen Familienmitglied zollte. Wie man sich vorstellen kann, zuckte mein Vater vor Schmerz zusammen, als der kühne Priester die Operationswunde anfasste, die mit Klammern im Fleisch zusammengehalten wurde. Was in aller Welt geschah dort? Ich dachte, wir würden Jesus sehen?

Bitte verstehe, die ganze Szene war mir fremd. Zunächst einmal, niemand legte sich mit meinem Vater an. Er war ein Mann mit Schneid, ein starker, urwüchsiger Mann. Seine Lieblingsfilme waren ,,Rambo» und ,,Rocky», was verdeutlicht, wie mein Vaters innerlich tickte. Aber zurück zur Geschichte.

Plötzlich verwandelte sich der Schmerz in Feuer, das durch den Körper meines Vaters schoss. Die gleiche Kraft, welche das Haus erfüllte, begann nun durch Vaters Bein zu fließen. Dann sprach Vater Anthony folgende Worte voller Autorität: ,,Im Namen Jesu Christi von Nazareth, ich befehle dir zu gehen.» Deshalb stand Vater auf, reichte hinter das Sofa, um seine Krücken zu holen und wollte versuchen, mit ihnen zu gehen. Der Priester sagte: ,,Keine Krücken! Gehe in Jesu Namen.» So ging mein Vater einen Schritt und die feurige Elektrizität floss weiter durch sein Bein. Dann noch ein Schritt und noch einer. Tränen flossen Vaters Gesicht hinunter, als Gott ihn heilte. Das war meine erste Erfahrung mit einem Wunder, und welch ein Wunder es war!

Ein oder zwei Tage später suchte mein Vater den orthopädischen Chirurgen auf, der ihn operiert hatte. Obwohl ich zu der Zeit erst sieben Jahre alt war, erinnere ich mich daran, ihn zu diesem Termin begleitet zu haben. Ein Teil der Untersuchung bestand in einer Kraftprüfung. Als der Arzt nachschaute, konnte Vater stärker mit seinem linken, operierten Bein als mit seinem gesunden Bein pressen! Weiter schockierte ihn, bei der Untersuchung des linken Beines zu entdecken, dass die gesamte, während der letzten fünf Jahre im Oberschenkel verkümmerte Muskelmasse über Nacht nachgewachsen war, so hart war wie ein Fels! Vater war geheilt. Welche Kraft heilte meinen Vater? Wer sorgte für die Hitze in seinem Bein? Und wer füllte den Raum mit solch einer greifbaren Substanz, dass ich es in den nächsten 31 Jahren nicht vergessen habe? Wer krachte in unser Leben, als wir gar nichts über Ihn wussten? Wer kann so liebevoll sein? «Er» ist der Heilige Geist. Und jetzt bete ich, dass Er sich dir vorstellen wird. Ich höre dich fragen: ,,Wie weiß ich es, wenn ich Ihn treffe?» Vertraue mir, das wirst du erkennen. Es gibt niemanden, der so ist wie Er.

Vielleicht sehnst du dich ja auch nach solch einer Berührung Gottes, wie sie der Vater von Michael erfahren hat. Ich möchte dir Mut machen: Alles ist möglich, dem der auf Christus vertraut – wirklich alles. So steht es in der Bibel berichtet, so habe ich es in meinem Leben unzählige Male erlebt.

„»… Doch wenn es dir möglich ist, etwas zu tun, dann hab Erbarmen mit uns und hilf uns!« – »Wenn es dir möglich ist, sagst du?«, entgegnete Jesus. »Für den, der glaubt, ist alles möglich.«“
‭‭Markus‬ ‭9:22-23‬ ‭NGU2011‬‬

Das kann für dich ebenso Realität werden. Die Blogposts dieser Themenserie sollen dir die Grenzenlosigkeit von Gottes Möglichkeiten aufzeigen und dich motivieren, selber eine Sehnsucht und ein Verlangen nach solcher Gottesberührung zu entwickeln.

Und aus einem prophetischen Eindruck heraus möchte ich noch nachtragen: Und dass du diese Berührung bislang noch nicht erfahren hast, liegt nicht an dir!! Aber ich möchte heute noch nicht auf die Details, woran es liegt, eingehen.

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Möglicherweise hast du selber bereits Erfahrungen und Erlebnisse zu dem Thema gemacht. In diesem Fall würde ich sehr gerne von dir hören. Bitte schreib doch einfach unten in die Kommentare deine Erfahrungen zu dem Thema.

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