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Gospeltrain

Der Gospeltrain rettete vielen tausend Skalven aus dem Süden das Leben auf ihrer Flucht über die Grenze nach Kanada.

Leider gibt es zu dieser Predigt vom 18. März 2018 keine Video oder Ton-Aufnahme. Aus diesem Grund habe ich die Botschaft vom Gospeltrain als Text aufbereitet. Viel Vergnügen dabei …

Von Frank Vornheder für die FCG Lenzburg.

Irgendwo im heissen Süden der USA, dort wo die grossen Baumwoll-Plantagen ansässig sind. Ein schwarzer Sklave auf der Flucht – entlaufen auf einer dieser Plantagen – entlaufen vor den Peitschenhieben der Vorarbeiter. Doch diese sind nun hinter ihm her, man hört die Bluthunde im Hintergrund bellen. Und so rennt er was seine Füsse tragen mögen. Er weiss genau was ihm geschieht wenn er gefangen wird. An entlaufenen Sklaven wir ein Exempel statuiert, damit niemand der anderen auf die Idee kommt so etwas zu versuchen. Garantiert aber wird er es nicht überleben. Die Hunde bellen schon. Wird er es schaffen? Wird er dem grauenhaften Sklaventum entfliegen können? Wird er den Peitschen der Aufseher entfliehen können?

Übliche Sklaven Züchtigung

Er hatte gehört, in Kanada, da wären Sklaven frei. Also immer Richtung Norden, bis an den Grenzfluss zwischen Kanada und den USA. Wenn er in der Mitte des Flusses stünde, dann wäre er in Sicherheit. In dem kleinen Movie oben hat er es geschafft. Stand am Ende im Fluss – auf der richtigen Seite – in Sicherheit. Denn in Kanada war das Sklaventum bereits abgeschafft worden. Und sie würden die entlaufenen Sklaven nicht wieder zurück schicken – so sagt man.

Für alle die solche Flucht versuchten, war die lange Distanz in den Norden das Haupt-Problem. Wie sollte das gehen ? Wie soll man so viele tausende Meilen – ohne Geld – nach Norden in die Sicherheit kommen ? Doch es gab eine Möglichkeit – der „Gospel Train“. Eigentlich hiess er in der Bevölkerung „Underground Railroad“ -also übersetzt eine „Untergrund Eisenbahn“. Wie wir heute wissen sind in etwa 160.000 Sklaven über dieses Transportmittel in das sichere Kanada gelangt. Nur – dieses Transportmittel war keine echte Eisenbahnverbindung. Also Züge mit Wagons und Bahnhöfen. Man nannte diese Fluchtmöglichkeit nur so. Es war ein von Weissen eingerichtetes Netzwerk über das die dunkelhäutigen entlaufenen Sklaven sicher nach Norden gelangen konnten.

Netzwerk der Underground Railroad

Christen hatten es aufgebaut und es funktionierte wie ein Eisenbahn-Netz. Nur ohne Schienen und Zügen. Es bestand aus sicheren Häusern – den „Stations“ – also den Bahnhöfen. Diese «Stations» wurden von Bahnhofs-Vorstehern verwaltet – den „Station-Masters“

Station Masters und ihre Familien

Das sind solche Station-Masters – Bahnhofsvorsteher – die entlaufenen Sklaven Unterschlupf für kurze Zeit gewährten damit sie dann bei Nacht und nebel wieder weiter nach Norden flüchten konnten. Auf dem Bild sehen sie nicht gerade freundlich aus, doch das waren sie zumindest für die Flüchtenden. Das was sie aus tiefer Frömmigkeit dort machten hat unzählig viele Leben gerettet. Die entlaufenen Sklaven wären ohne sie sonst getötet worden. Dann gab es noch beim Gospel-Train die „Trains“ – also Züge. Das waren die kleinen Gruppen Entlaufener die sich auf den Bahnhöfen zusammen taten um gemeinsam im Schutz der Nacht unterwegs zu sein. Dann gab es die „Conductors“ – die Schaffner. Das waren die Helfer, die dafür sorgten das die entlaufenen Sklaven auf dem richtigen Track blieben.

Warum erzähle ich so eine bedrückende Geschichte auf meinem Blog ? Weil die Gospel-Musik, also die Musik der afro-amerikanischen Sklaven in Amerikas Süden, sich unter solchen Umständen entwickelt hat. Einfache, fast schon schlichte Lieder der Hoffnung, die Trost in schwerer Zeit geben. Lieder mit denen man sich Mut zusingt. Viele dieser Lieder sind auch Gebete mit denen der, der es singt, sich an Gott wendet um bei ihm Trost zu empfangen.

Aber noch etwas anderes enthält diese Geschichte für mich. Es ist die Botschaft von dem immerwährendem Auftrag der Christen (und der Kirchen) Menschen in die Freiheit zu führen. Nicht nur in eine Freiheit von allen seelischen und geistlichen Gebundenheiten, sondern auch solchen ganz “gewöhnlichen„ Gebundenheiten wie der Sklaverei. Sicherlich sieht Gebundenheit in unseren Tagen anders aus als zu der geschilderten Zeit, doch fühlt sie sich für die Betroffenen immer noch gleich an.

Es ist an uns heute Gebundenheit zu erkennen, und Menschen in die Freiheit zu führen.


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